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Fachbegriffe kurz erklärt

January 24, 2017

 

 Abduktion: Auseinanderführen z. B. der Stimmlippen im Kehlkopf

 

addental: an den Zähnen z. B. wenn die Zunge bei der /s/ Bildung zu weit vor an die Zähne geht


Adduktion: Zusammenführen z. B. der Stimmlippen im Kehlkopf


Adenektomie: Operative Entfernung der Rachenmandeln (Adenoide)

 

Adenoide Vegetationen: krankhafte Vergrößerung der Rachenmandeln, im Volksmund fälschlicherweise als "Polypen" bezeichnet

 

Agrammatismus: Telegrammstilartige Redeweise mit Vereinfachung von Satzstrukturen; meist Weglassen von Artikeln, Fürwörtern und Endungen an Tätigkeits- und Hauptwörtern nach Schlaganfall oder bei schweren kindlichen Sprachentwicklungsverzögerungen, -behinderungen


Agraphie: Vollständiger oder partieller Verlust der Schreibfähigkeit; tritt in der Regel als Komponente der Aphasie nach Schlaganfall auf

 

Allomorph: Abwandlung eines Graphems (Buchstabe) in seiner Schreibweise z. B. bei der Groß- und Kleinschreibung wie B und b oder in der Schriftart B und B

 

Allophon: Variationen eines Lautes (Phons) in den Merkmalen Akzent, Klang und Dauer z. B. hinteres Zäpfchen-R und vorderes Zungenspitzen-R

 

alveolar: z. b. alveolare Zungenstellung beim Sprechen, bei der sich die Zungenspitze am Zahndamm (Alveole) befindet

 

Amnestische Aphasie: eine Art der Sprachstörung nach Schlaganfall, deren Leitsymptomatik inhaltsarme Redefloskeln und Wortfindungsstörungen sind

 

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): fortschreitende Erkrankung des motorischen Nervensystems durch die Funktionsstörung des ersten und zweiten Motoneurons (s. Motoneuron), führt zu Schrumpfung und Schwächung der gesamten Muskulatur und zur Schluckstörung

 

Ankyloglossie: eingeschränkte Zungenbeweglichkeit durch ein zu kurzes Zungenbändchen oder die Verwachsung des Zungengrundes mit dem Mundboden

 

Ansatzrohr: (auch: Vokaltrakt) bezeichnet alle lufthaltigen Räume über dem Kehlkopf, die für die Klang- und Lautbildung zuständig sind

 

Antonym: Antonyme sind Wörter mit gegensätzlicher Bedeutung wie z.B. hoch - tief, lang - kurz


Aphasie: zentrale Sprachstörung nach einer erworbenen Hirnschädigung; betroffen sind die Leistungen Lesen, Schreiben, Sprache (Wortfindung, Satzbau, Lautbildung) und Verstehen von Sprache


aphon/Aphonie: (lt. ohne Ton) bezeichnet das komplette Nichtvorhandensein der Stimme und entsteht durch eine Unfähigkeit der Stimmlippenschwingung im Kehlkopf z. B. nach Kehlkopfentzündungen (Laryngitiden)

 

Artikulation: alle ablaufenden Bewegungen im Mund-, Nasen- und Rachenraum, die Laute hervorbringen; eine "eingeschränkte Artikulation" bedeutet, daß jemand zu undeutlich spricht

 

Artikulationsstörung: (Dyslalie) Sprechstörung bei der ein Laut, mehrere oder alle Laute nicht korrekt ausgesprochen werden können


Aryepiglottische Falten: Falten im Kehlkopf, sie befinden sich zwischen dem Kehldeckel und den Stellknorpeln der Stimmlippen

 

Aryknorpel: Stellknorpel der Stimmlippen im Kehlkopf


Atresie: angeborene Fehlbildung, deren zentrales Merkmal die Unterbrechung eines Hohlorgans zu einem anderen ist, wie z.B. die Ösophagusatresie (Unterbrechung der Speiseröhre zum Magen)


Audiometrie: Begriff für alle möglichen Methoden zur Messung des Hörvermögens


Broca-Sprachzentrum: ein Gebiet in der Hirnrinde, in dem ein Teil des Sprachzentrums liegt, benannt nach dem französischen Arzt Paul Broca; bei einem Schlaganfall ist das Versorgungsgebiet der Arteria praecentralis (ein Ast der mittleren Hirnaterie) betroffen. (s. Broca-Aphasie)

 

Broca-Aphasie: ist eine Form der Aphasie bei denen die Patienten nach einem Schlaganfall meist stockend sprechen, mit vielen kurzen, unvollständigen Sätzen. Die Art des Sprechens erinnert an einen Telegrammstil, weshalb der Agrammatismus das Leitsymptom dieser Störung ist (s. Agrammatismus)

 

Bruststimme: Stimme mit vermehrter Resonanz im Brustraum

 

Bruxismus: vorwiegend nächtliches Zähneknirschen


Cochlear-Implant (CI): in den Hörnerven eingesetzte elektronische Hörprothese, die den Hörnerven elektrisch stimuliert


dental: an den Zähnen z. B. wenn sich die Zungenspitze beim Sprechen an den Zähnen bewegt

 

Dezibel (dB): Maßeinheit für den Lautstärkepegel


Diaphragma: Zwerchfell (größter Atemmuskel, der den Brust- vom Bauchraum trennt)

 

Dichotisches Hören: Fähigkeit der zentralen Hörbahnen (hinter dem Innenohr gelegen) zwei von einander unabhängige Schallereignisse zu unterscheiden z. B. zwei verschiedene, aber gleichzeitig gesprochene Wörter

 

Diskrimination: Unterscheidung von Sprachlauten

 

Dysarthrie/Dysarthrophonie: eine erworbene Sprechstörung nach Hirnschädigung, bei der eine Funktionsstörung der Sprechmuskulatur (Lippen, Zunge, Gaumensegel) sowie der Stimme und der Atemmuskulatur erfolgt

 

Dysglossie: krankheitsbedingte Veränderung der Zungenform und damit einhergehende Störung der Lautbildung beim Sprechen


Dyslalie: Lautbildungsstörung


Dysgnathie: bezeichnet eine Zahn- und/oder Kieferfehlstellung


Dyskinesien, orofaziale: allgemeiner Begriff für im Mundtrakt befindliche Fehlfunktionen


Dysphagie: Schluckstörung. Damit ist das Problem bezeichnet, die Speisen und Getränke adäquat in den Magen zu transportieren.

 

Dysphonie: Stimmstörung

 

Dyspnoe: Atemnot


Dysprosodie: Unfähigkeit die individuelle Sprechmelodie und/oder den Sprechrhythmus herzustellen, tritt zumeist im Rahmen einer neurologischen Erkrankung oder nach Schlaganfall auf.

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